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Die Top-Spiele 2008

Jörgs Spielejahr 08


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Aus mangelhafter Erinnerung geboren, in Eile geschrieben, zu spät veröffentlicht: Jörg Langer zieht ein ganz persönliches Resümee über sein Spielejahr 2008. Topspiele wechseln sich munter mit Uralt-Klassikern ab, Konsolen- mit PC-Titeln, Action mit Strategie. Nur Menschen mit Rundentaktik-Phobie sollten vielleicht nicht weiterlesen.

Wie schon in all den zwei Jahren seit dem Launch von joergspielt.de zuvor, möchte ich euch auch dieses Mal diejenigen Spiele kurz (haha!) vorstellen, die ich tatsächlich in den zwölf Monaten 2008 gespielt habe – auch wenn die teilweise schon damals ururalt (z.B. Wasteland), alt (Final Fantasy XII) oder völlig unbekannt (z.B. Patton Drives East) waren. Wie schon in den Vorjahren gebe ich keinerlei Garantie ab, dass mir wirklich alle Spiele eingefallen sind, mit denen ich mich beschäftigt habe — wobei ich Kurz-angespielt-Sachen erst gar nicht erwähne. Erst recht keine Garantie gebe ich dafür, dass auch nur eine der folgenden Zeilen als “objektiv” zu verstehen ist. Unter den Monaten füge ich noch Packung/Preis-Links zu Amazon an, sofern es die erwähnten Spiele denn überhaupt noch gibt (um sie zu sehen, müsst ihr wahrscheinlich einen etwaigen Ad-Blocker für diese Seite abschalten). Viel Spaß beim Lesen!

Januar 2008

01_final-fantasy-xiiHauptsächlich gespielt: Final Fantasy XII (PS2). Die Final-Fantasy-Reihe ist so ziemlich das einzige J-RPG (lies „Jay-Ar-Pi-Dschi“, auf Deutsch „Japanorollenspiel“), das ich spiele – das aber seit vielen Jahren mit großer Begeisterung – unter mutwilliger Auslassung des müden Online-Gekloppes von Final Fantasy XI. Seit Final Fantasy VII spiele ich sozusagen „live“, also dann, wenn die Dinger rauskommen, aber mittlerweile kann man sich ja vor Wiederveröffentlichungen auf DS kaum retten. Auf jeden Fall hat mich immer eine Sache wahnsinnig an dem Spielsystem gestört: Die nicht- (oder nur durch Gegenstandeinsatz) vermeidbaren Zufallskämpfe mit bis Kampfbeginn unsichtbaren Gegnern. Schlimmer waren da nur das letzte DSA-Spiel meines eigentlich sehr geschätzten Bekannten Guido Henkel (ich glaube, ich rede konkret von Sternenschweif, bin mir nicht mehr sicher), wo ich zwar in 3D durch die Stadt laufen konnte, aber rein gar niemanden gesehen habe. Und siehe da: Final Fantasy XII zeigt alle Gegner, man kann sich tatsächlich in der 3D-Grafik an manchen vorbeischleichen oder vor ihnen weglaufen. Auch sonst ist das ganze Ambiente etwas „erwachsener“ geworden als früher, wobei man sich die gerade platzierten Anführungszeichen riesengroß und vor Ironie vibrierend vorstellen muss: „Erwachsen“ heißt in der Final-Fantasy-Welt, dass die Helden ca. 15 sind, allerdings Muckis und Schießkünste haben wie 45 Jahre alte Navy SEALs. Ich habe im 2008er Winter (mit Pausen bis in den März hinein) viel Zeit damit verbracht, Chokobos zu reiten, Fähigkeiten im Schicksalsbrett freizuschalten und der recht komplexen Story um die imperiale Invasion eines unschuldigen Kleinstaats verfolgen – mit den üblichen Storywendungen, Guten und Bösen auf allen Seiten, et cetera. Definitiv eines der besten FFs, auch wenn für mich immer Final Fantasy VII dasjenige, welches, bleiben wird. Rausgekommen ist es übrigens schon im Frühjahr 2007, aber was interessiert mich das bei meiner persönlichen 2008er Rückschau?

Februar 2008

02_wasteland

Hauptsächlich gespielt: Viel habe ich nicht gespielt im Februar, unter anderem wegen der vorverlegten GDC. Aber unter der kargen Spielekost war ein absoluter Klassiker: Wasteland (PC). Eines vorweg, wer das Uralt-RPG auf seinem Laptop zum Laufen bekommen möchte, sollte diesen auf 640×480 Pixel (Wasteland braucht nur 300×200) stellen und „Seitenverhältnis beibehalten“ auswählen – sonst startet es erst gar nicht. Wasteland ist der spirituelle Vorgänger von Fallout und ja angeblich viiiiiel besser. Das gilt sicher, wenn man jedes der beiden Spiele in Relation zu seinem Veröffentlichungszeitpunkt anschaut — ich hab’s damals auf C64 wirklich als neu rausgekommenes Spiel erlebt. Aber im direkten Vergleich muss der Urvater der postapokalyptischen Spiele schon Federn lassen. Dennoch habe ich zwei Wochenenden lang viel Spaß (und auch gehörigen Frust) dabei gehabt, meine maximal sechsköpfige Ranger-Truppe durch die verstrahlte Außenwelt der amerikanischen Wüsten um Las Vegas zu führen. Der tiefschwarze Humor ist noch genauso treffend wie vor 25 Jahren, wobei es heutzutage ein klein wenig nervt, immer wieder Story-Schnipsel im quadratischen Originalhandbuch (hab ich noch, es gibt aber auch PDF-„Raubkopien“ im Internet) nachzulesen. Seine Leute auszuwählen, zu trainieren und auszurüsten macht nicht weniger Spaß als in heutigen Spielen, und die aus Bard’s Tale entlehnten Kämpfe, freilich um die spannende Option verschiedener Feuermodi sowie zugehörigen Munitionsverbrauchs erweitert, hat mich ernsthaft gefesselt. Dank des konsequent Skill-basierten und für Rätsel immer wieder genutzten Charaktersystems sowie des Features, seinen Trupp in mehrere Einzelgruppen aufzuteilen und getrennt voneinander über die Karte zu schicken (auch mit Riesendistanz zwischen den Trupps, zum Beispiel einer auf der Weltkarte und der andere in einem Haus), kann Wasteland sogar heute noch modernen RPGs die eine oder andere Harke zeigen. Ganz ehrlich: Die wenigsten Klassiker spiele ich freiwillig für mehr als ein oder zwei nostalgische Stunden. Bei Wasteland aber habe ich mich bis zum drittletzten Schauplatz vorgearbeitet – wo ich dann aber wegen Munitionsknappheit aufgegeben habe. Fies schwierig, diese alten Spiele!

Auch noch gespielt: Ein wenig habe ich auch noch Panzer Tactics auf dem DS gezockt, eine schöne und im Vergleich zum Orginal deutlich komplexere (u.a. gibt es Offiziere) Hommage an Panzer General. Damit ist auch schon alles gesagt zum Spiel: Wer fordernde Hexfeldschlachten zu Lande und zur Luft mag, mit upgradefähigen Einheiten und schlauem Computergegner, allerdings auch leichten Übersichtsproblemen des kleinen Bildschirms wegen, kann unbesehen zugreifen.

März 2008

03_fire-emblem_radiant-dawnHauptsächlich gespielt: Fire Emblem: Radiant Dawn (Wii). Die Fire-Emblem-Reihe ist so ziemlich das einzige J-RPG – oops, das hatte ich doch eben schon. Vor allem ist Fire Emblem kein RPG, sondern ein beinhartes Rundentaktikspiel mit starken Rollenspielelementen. Und endlosem Gelaber, aber das muss angesichts der Herkunft wohl so sein. Oder wird das Ganze nur in der Übersetzung so laberlastig? Japanisch scheint ja eine sehr silbenreiche Sprache zu sein, vielleicht sagen die im Original immer nur knackig „Komm, stirb!“ – „Nein, ich liebe dich!“ – statt wie in der Übersetzung seitenlang über ihre Gefühle und die nächste Schlacht zu schwadronieren…

Der Schwierigkeitsgrad von Radiant Dawn ist im Bergleich zum Gamecube-Vorgänger Path of Radiance (das übrigens wunderbar auch auf der Wii läuft, ihr braucht nur eine Gamecube-Speicherkarte und — idealerweise — ein Gamecube-Gamepad) etwas entschärft worden: Man darf jetzt tatsächlich in einer Schlacht speichern und ist somit nicht bei jedem Zufallstreffer eines Gegners dazu verdammt, das komplette Szenario zu wiederholen oder aber für immer auf den Helden zu verzichten. Fire Emblem spult retourniert das gewohnte Programm einer herzerweichenden (für zwölfjährige Mädchen) Geschichte ab, in der 14-jährige Mädchen (oder verwandelte Kraniche) und maximal 16jährige Jünglinge das Böse in seine Schranken weisen. Technisch hat sich seit Path of Radiance nicht viel getan, die größte Verbesserung ist die Ausnutzung des Widescreen-Modus auf entsprechenden Bildschirmen. Ach ja, und die 3D-Kampfsequenzen zeigen sich verbessert, sie sehen jetzt nicht mehr katastrophal aus, sondern nur noch mies – wer die nicht nach der ersten Viertelstunde abschaltet, hat aus meiner Sicht zuviel Zeit und zuwenig Geschmack. Auf jeden Fall hat mir das Aufleveln, gut getimete Ziehen, das Ausbaldowern, wen ich überhaupt mit in die Schlacht nehme, das Ausrüsten zwischen den Einsätzen und so weiter und so fort wieder gut gefallen – nur so die absolute Begeisterung wollte nicht aufkommen.

Auch noch gespielt: Als ich eines Wochenendes allein in der Fremde (sprich ohne Frau und Kinder bei meinen Eltern) saß und nichts zu tun hatte, kaufte ich mir tatsächlich als digitalen Download für 10 Dollar nochmal das gute alte Shogun: Total War, um es auf meinem schwachbrüstigen Vaio-Notebook zu spielen. Und siehe da: Es hat immer noch Spaß gemacht, auch wenn es ziemlich fehlerbestrafend, schwer (ständiger Geldmangel!) und KI-technisch beschränkt ist. Wobei man da differenzieren muss: Die Schlachtfeld-KI ist sogar eher besser als bei den modernen Total-War-Spielen, weil sie sich bei Unterlegenheit schamlos zum Rückzug entscheidet – das hat Creative Assembly in späteren Spielen reduziert, damit der Spieler auch schön seine Erfolgserlebnisse haben kann. Dafür ist die Todessehnsucht gegnerischer Generäle hier noch völlig ungebrochen: Schon schade, wenn der Hauptfeind, gegen den man sich einen spannenden Krieg gewünscht hat, dadurch aus dem Rennen fällt, dass sein erbenloser Fraktionsführer einen tölpelhaften Frontalangriff auf meine Speer-Ashigaru führen musste.

April 2008

04_age-of-conanHauptsächlich gespielt: Age of Conan (PC). In der Endphase der Beta zu AoC habe ich endlich meinen Zugang bekommen, und wenige Tage vor dem Launch mein Leben als kaum bekleidete Dorcas begonnen. Die Anfangsinsel hat mir großen Spaß gemacht, sie spielt sich zu weiten Teilen wie ein (insgesamt überdurchschnittlich interessantes) Solo-RPG. Doch nur wenige Tage vor dem Launch auf riesenhafte Plotstopper-Bugs zu stoßen, das versprach nichts Gutes… Dann ging’s doch noch weiter, so dass ich das eigentliche MMO fernab der Anfangsinsel zu Gesicht bekam. Damals dachte ich noch, es liege an mir, dass ich auch weiterhin selten mit anderen Helden zusammen loszog. Wohlgemerkt, durchaus mit Freude; dafür sorgten die erwachsene Stimmung, die aufwändige Weitblick-Grafik, die halbwegs glaubhafte Kriegsszenerie. Vor allem die Hauptstadt ist ein absoluter Hingucker und “erläuft” sich auch schön. Die Quests fand ich okay bis gut, am üblichen MMO-Wahnsinn (Pferde beispielsweise sind für niedrigstufige Helden quasi unbezahlbar, während man sich schon allerhand prächtiges Rüstzeug leisten kann) habe ich mich nicht aufgehalten. Ich hab AoC bis in den Mai hinein immer wieder mal einige Stunden gespielt (die Betaversion funktionierte weiter), und hab dann so mit Level 22 oder 23 aufgehört. Von den Highlevel-Contentproblemen habe ich da noch nichts gespürt, aber wie gesagt: AoC scheint nicht sehr viel dafür zu tun, dass Spieler zusammen spielen wollen. Und das hat mich dann schon gestört. Übrigens: Wir ihr beim Amazon-Link unten seht, gibt’s das Spiel in Kürze als Budgetversion. Keine 7 Euro fürs Hauptprogramm und 1 Monat spielen ist ja schön zum Antesten — aber ein gutes Zeichen ist das nicht!

Auch noch gespielt: Ich weiß ja nicht ganz genau, weshalb mich meine Frau eigentlich geheiratet hat: Das gemeinsame Hobby Computerspiele kann es jedenfalls nicht gewesen sein, für meine Liebste befinden sich Games ungefähr auf derselben emotionalen Stufe wie Steine, Wäscheklammern oder Altpapier. Umso erstaunter war ich, als ich nach einem Besuch bei Sega mit House of the Dead 2 & 3 Returns zurückkam, eine üble Splatterorgie mit Pistolenplastikform zum Einlegen des Wii-Controllers: Immerhin zwei Abende hintereinander haben wir uns durch zerplatzende Zombiehorden geballert, ich fragte mich kurzzeitig, ob vielleicht Aliens meine Göttergattin gegen jemand anderes ausgetauscht haben. Hmm, gerade kratzt es so komisch an der Tür…?

Mai 2008

05_pattondriveseastHauptsächlich gespielt: Patton Drives East (PC). Das ist bereits das dritte Add-on zu Strategic Command 2, einem relativ abstrakten Globalstrategiespiel zum Zweiten Weltkrieg. Kein Wunder, dass die Serie eine sehr ausgefeilte Spielmechanik aufweisen kann. Zur Hälfte kümmert man sich um Einheitenbau, Forschung und ein klein wenig Diplomatie, zur anderen um das Ziehen von Icons, die ganze Corps oder Armeen symbolisieren, über eine Europakarte. Die KI ist mittlerweile richtig fähig (aber immer noch einem halbwegs erfahrenen Spieler unterlegen), unternimmt richtige Invasionen oder Umgehungsangriffe. Mich interessiert an Patton Drives East, das überwiegend hinrissige Was-wäre-wenns durchspielt wie „West-Alliierte und Deutschland kämpfen gegen Sowjets“ anbietet, eigentlich nur ein einziges Szenario: Bei diesem fängt man rund ein Jahr vor dem historischen Kriegsbeginn an – aber mit halbwegs realistischer Ausgangsstellung. Das erlaubt gerade den Achsenmächten einige spannende Varianten. Eine der augenfälligsten Neuerungen ist die Einführung von Spezialereignissen: Wurde etwa bislang Vichy-Frankreich vom nördlichen, bestzten Frankreich automatisch abgeschnitten, sobald man Frankreich besiegt hatte, wird man nun vor eine Ja-Nein-Entscheidung gestellt: Ja hat dasselbe Ergebnis wie früher (Süden wird abgetrennt, die französischen Kolonien erhalten neutralen Status), bei Nein kann man als deutscher Aggressor weiterkämpfen und noch etwas Erfahrung sammeln, doch die Alliierten sind im Mittelmeerraum stärker. Stellenweise gehen mir aber die ganzen (automatischen) Skriptereignisse zu weit: Wer erstmal weiß, dass man nur Oslo einnehmen muss, um sofort ganz Norwegen zu erobern und auch noch drei Besatzungscorps in den restlichen Städten geschenkt zu bekommen, spielt anders – und nicht unbedingt „historisch“. Dennoch: Wer sich für Rundenstrategie im Zweiten Weltkrieg interessiert, sollte Strategic Command 2 kennen – für mich im Vergleich zu Hearts of Iron 2 das spielbarere und trotz viel weniger Details glaubhaftere Globalstrategiespiel. Der Link unten führt zum deutschen Hauptprogramm; die beiden neueren Add-ons gibt’s aber nur auf Englisch — wer also nicht nur schnuppern, sondern richtig einsteigen möchte, sollte digital beim Hersteller Battlefront.com die englischen Versionen kaufen.

Auch noch gespielt: Metal Gear Solid 4 (PS3). In einem mondänen Pariser Hotel hatte Konami zum dreitägigen Review-Event geladen. Ich war dort wegen eines Interviews und nutzte gerne die Chance, ebenfalls zwei Tage unter optimalen Bedingungen („optimal“ zumindest für „fernab des eigenen Büros“) ein wirklich interessantes Spiel zu genießen. Übrigens: Sämtliche Tests zum Release in führenden deutschen und europäischen Spielemagazinen entstanden an diesen drei Tagen — nicht jeder meiner zumeist jungen Kollegen konnte verstehen, warum ich so eine Veranstaltung für journalistisch fragwürdig halte. Zumal Konami einen ganz restriktiven „Preview- und Reviewguide“ austeilte, der alles mögliche untersagte, etwa die Zahl der Kapitel zu nennen. Das Spiel selbst ist eine faszinierende Mischung aus Schleich- und Balleraction, netten Einfällen wie einem steuerbaren Miniroboter, schwierigen Bosskämpfen und einem ständig zugänglichen Waffenladen. Und bis zu einstündigen Videosequenzen, die man komplett vor dem Monitor absitzen muss (wobei man ab und zu zwischen mehreren Blickwinkeln wählen kann) – so was hab ich noch nie erlebt. Die angeblichen „Antikriegsbotschaften“ des Spiels kann ich nicht ernst nehmen, und eine Extraportion Japano-Pathos gibt’s natürlich auch. Trotzdem freue ich mich auf das erste verregnete Wochenende nach Antritt meines Rentnerdaseins in 30 Jahren, wenn ich endlich MGS4 noch mal neu und dann auch durchspielen kann. Einer der wenigen bisherigen Exklusiv-Spitzentitel für die PS3!

Juni 2008

06_masseffectpcHauptsächlich gespielt: Mass Effect (PC). Wie lange hatte ich mich auf dieses Spiel gefreut und — mangels Xbox — auf diese Version. Mass Effect beginnt auch vielversprechend und entfaltet bald eine epische Story. Aber nach einigen Spielabenden hat die Faszination bei mir deutlich nachgelassen. Denn neben den halbwegs spannenden Storymissionen gibt es viel Leerlauf; auf „optionalen“ Planeten trifft man auf die immer wieder gleichen drei, vier Missionstypen („Mission“ ist eigentlich schon ein viel zu erhöhter Begriff für die Standardsituationen) und Gebäude. Auf dem Mutterschiff Normandy ist auch weniger los, als man zuerst denkt. Das Wechseln der Ausrüstung geht dort interessanterweise wesentlich schwerer von der Hand als im Einsatz – ich weiß nicht, was sich Bioware da gedacht hat. Die Citadel, ihres Zeichen Zentrum der Galaxie (sozusagen ein UNO-Hauptquartier in Riesen-Raumstationsgröße), präsentiert sich in weiten Teilen entvölkert. Und das Herumfahren mit dem All Terrain Vehicle wirkt in etwa so realistisch wie in frühen Rennspielen à la Grand Prix 2, bei denen man ein Sprite von links nach rechts bewegte. Und die auf Xbox ein dreiviertel Jahr vorher noch aufsehenerregende Grafik finde ich auf dem PC eher durchschnittlich. Den aus Silent Hill geklauten Flimmerfilter (soll das Spiel durch Grieseln „filmähnlicher“ wirken lassen) habe ich nach 30 Sekunden abgeschaltet. Ach ja, und ich möchte nie, nie wieder ständig minutenlang Aufzug fahren müssen, ein „Kniff“ des Spiels, um über endlose Ladezeiten zwischen Levels „hinwegzutäuschen“. Dennoch: Die Kämpfe sind sehr spannend geraten, die (teils ausufernden) Gespräche tragen viel zur Atmosphäre bei und erlauben immer wieder echte Entscheidungen – schon cool, wenn der eine Begleiter den anderen umbringt, weil man den Streit entsprechend hat eskalieren lassen. So richtig warm geworden bin ich jedoch nicht mit Mass Effect, ich hatte auch seitdem nie Lust, es zu Ende zu spielen. Vielmehr hoffe ich, dass das soeben auf Ende 2009 verschobene Dragon Age besser wird — vor allem will ich wieder typische RPG-Kämpfe haben anstelle der “taktischen” Ballereien von Mass Effect — bei denen ich nie so ganz zufrieden mit dem Verhalten meiner (nur) zwei Begleiter war.

Auch noch gespielt: Boom Blox (Wii). Mit der WiiRemote imaginäre Bälle in Klötzchenburgen werfen, die aus normalen, explodierenden, verschwindenden und was-weiß-ich-noch-Bausteinen bestehen: Kapiert jeder (auch meine fünfjährige Tochter), macht Spaß und lässt sich auch mal für 15 Minuten zwischendurch spielen. Dass daran Louis Castle und Steven Spielberg mitgewirkt haben, glaube ich freilich nur, weil’s auf der Packung steht (beziehungsweise ich in einem Vortrag von Louis auf der GDC 2008 gesessen bin). Eines der wenigen Casual-Games auf der Wii, die ich empfehlen kann.

Juli 2008

07_drakensangHauptsächlich gespielt: Drakensang (PC). Manchmal ist es wirklich schön, privilegierter Spielejournalist zu sein und doch schon beträchtliche Zeit vor dem eigentlichen Publikum eine (fast) fertige Version eines Spiels zu bekommen. Dummerweise entpuppten sich die Spielstände der Preview-Version, die ich so weit wie möglich gespielt hatte, als inkompatibel mit der Review-Version, sodass ich noch mal neu anfangen musste. Durchgespielt habe ich deshalb Drakensang nicht, zumal ich dann doch mal lieber ins Freibad ging als vor dem PC zu hängen. Also weiß ich nur durch Botenberichte, dass dem Spiel im letzten Drittel wohl etwas die Luft ausgeht (endlose Katakomben-Erkundungen…). Doch während meiner etwa 40 Stunden Spielzeit habe ich mich vorzüglich unterhalten gefühlt. Ja, ein wenig formalistisch geriert sich das Spiel schon, aber das liegt zum Großteil am DSA-Regelwerk, das ich aus meiner Kindheit kenne und liebe – und somit Drakensang nicht vorwerfe. Gerade das Aurüstungsoptimieren hat mir hier deutlich mehr Spaß gemacht als etwa in Neverwinter Nights 2; außerdem kann man bei Drakensang – anders als bei typischen AD&D-Rollenspielen – ständig die eben verdienten Abenteuerpunkte in kleine Charakterwertverbesserungen umwandeln. Und auch die Kämpfe und die Wegfindungsroutinen sind sehr gut gelöst, dazu gibt’s glaubhaft-schrullige Charaktere und eine gute Geschichte. Ein Muss für jeden Rollenspieler.

Auch noch gespielt: Civilization Revolution (DS), das ich mir während der E3 in Los Angeles gekauft habe. Habe ich dann bis in den August hinein immer mal wieder ein paar Stunden gespielt. Die Komplexität ist jedoch sehr viel geringer als bei den PC-Fassungen. Für die DS-Version akzeptiere ich das, aber bei den inhaltlich gleichen Xbox- und PS3-Varianten finde ich das gelinde gesagt Spielerhirn-unterfordernd. Sind Konsoleros dümmer als PC-Spieler? Ich glaube nicht!

August 2008

08_sporeHauptsächlich gespielt: Im August habe ich, mal abgesehen von der letzten Games Convention in Leipzig, viel Zeit mit Spore verbracht, etwa 20 Stunden mit Spielen und etwa 20 Stunden (Anfang September) mit Drüber-schreiben. Habe meinem damaligen Test nichts hinzuzufügen: Spore ist eine zwar ideenreiche, aber gleichzeitig auch abwechslungsarme Mogelpackung, die nach viel mehr aussieht, als wirklich drinsteckt. Bemerkenswert finde ich, dass die jetzt angekündigte Erweiterung Galactic Adventures versucht, just die großen Kritikpunkte am Endlosspiel der fünften Stufe (Weltall-Modus) auszubessern, nämlich die Abwechslungs- und Inhaltsleere. Das wird ihr aber nicht gelingen, wenn ihr mich fragt – eine Präsentation im Januar in München hat mich kalt gelassen: Wieso es im Add-On spannend sein soll, Mini-Aufträge auf der Planetenoberfläche auszuführen, wo es doch im Weltraum-Modus ums ganz große Ganze geht, ist mir ein Rätsel. Und wieso es spannend sein soll, noch mehr solcher Aufträge aus der Hand anderer Spieler in die eigene Galaxie gestreamt zu bekommen, ist mir ein noch rätselhafteres Rätsel. Zumindest scheint bis zu den Entwicklern durchgedrungen zu sein, dass es begrenzt spannend ist, alle 5 Minuten manuell sein Reich mit einem einzigen Raumschiff abzuklappern, um Gewürz einzuladen und dann durch dessen Verkauf Geld zu verdienen — hier wird wohl über einen Patch nachgedacht.

Auch noch gespielt: Ende August ging’s zum Urlauben ins schöne Italien, und im Gepäck war mein Alt-Laptop (der ist noch langsamer als mein Vaio-Laptop) samt Alpha Centauri. Das habe ich einige Abende dem Bücherlesen vorgezogen, und ich kann mich dazu nur zum zigsten Mal in meinem Schreiberleben wiederholen: Was für eine an wiedergekäute und dann ausgespuckte Pizza erinnernde Grafik! Und was für ein fantastisches, tiefgehendes, intelligentes Spiel!

September 2008

09_colonizationHauptsächlich gespielt: Civ 4: Colonization (PC). Eigentlich wollte ich erwähnen, dass mir “Sid Meier”-Spiele schon immer besser gefallen haben als “Will Wright”-Titel (die Anführungszeichen haben ihre Berechtigung), doch dann fiel  mir ein, dass meine letzte Begegnung mit dem Ur-Colonization, wenngleich in der Windows-Fassung, im Sommer 2003 auf Sardinien war — Italien und Rundenstrategie scheinen bei mir also zusammenzupassen. Aber ich weiß auch noch, wie es mich 1994 fasziniert hat, als es neu war. Selbstverständlich kaufte ich mir also Ende September Colonization in der modernisierten Fassung, und wurde nicht enttäuscht: Das Spiel ist konziser als Civilization IV (wenngleich nicht unbedingt schneller zu spielen), es setzt ganz andere Schwerpunkte (Siedler ausbilden, Ressourcen weiterverarbeiten). Und wie Civ IV kann es zu ganz tollen, epischen Partien führen. Die Betonung liegt hierbei auf „kann“, denn wie üblich entscheidet die zufällige Ausgangsposition und das Gegnerverhalten sehr darüber, ob man früh untergebuttert wird oder aber zu früh dominant wird. Allerdings muss ich sagen, dass mich selbst mit einem bekannten Fan-Patch, der den Realismus beziehungsweise einfach die Spielbarkeit erhöht, einige Dinge gestört haben: Erstens kann man die drei anderen Reiche (wenn sie nicht eh beschließen, dieselbe Insel zu besiedeln und sich so auf Bonsai-Größe festzulegen) am Anfang sehr leicht attackieren. Zweitens ist das an sich superspannende Endgame, nämlich der Unabhängigkeitskrieg gegen das Mutterland, nicht ganz zu Ende gedacht: Diese Phase ist extrem schwer (das ist an sich gut), kommt aber meist zu früh (das ist nicht so gut), vor allem aber bringt das eigene Mutterland umso gewaltigere Truppenmassen an, je besser man bis dahin gespielt hat (das ist richtiggehend dämlich). Ich darf trotzdem niemandem verraten, wieviel Zeit ich im September bei diesem Spiel gelassen habe…

Auch noch gespielt: Warhammer Online – und zwar kaum weniger als Colonization. Das MMO sieht auf den ersten Blick stark nach WoW aus, hat aber doch einige Unterschiede: Die starke Betonung von PvP, die „öffentlichen Quests“, das sich durchs Spiel ziehende Kriegsszenario, die (von der WarCraft-Serie ideen-geplünderte) Warhammer-Welt. Ich habe es sehr gerne gespielt, insbesondere die an Taktik-Shooter erinnernden Szenarien (Flaggenpunkte erobern und halten), auch viele der Quests fand ich gut. Doch mein persönliches Zwergenleben auf dem Server Wissensburg litt darunter, dass es zuwenig Mitspieler auf a) meiner Seite und b) auf ungefähr meiner Levelstufe gab. Dadurch stand ich viel zu häufig vor gähnend leeren Schlachtfeldern, auf denen eigentlich der Ork abgehen sollte, oder wurde mit eins, zwei Mitstreitern von fünfmal so vielen Grünhäuten weggezappt, wenn wir uns mal bei einer der vielen „Überschneidungsquests“ getroffen haben. Ich finde dennoch: WAR ist der bislang gelungenste Angriff auf WoW, dem ich ein langes Leben wünsche. Ich aber habe damit Anfang Oktober wieder aufgehört, und mit mir haben es etwa ein Drittel der anfänglichen 1,2 Millionen Spieler getan.

Oktober 2008

10_farcry2Hauptsächlich gespielt: FarCry 2 (PC). Teil 1 hatte mich sehr positiv überrascht, und bis zu der komischen zweiten Hälfte auf Insel 2 auch echt bei der Stange gehalten. Crysis war für mich eines der Topspiele 2007. Crysis Warhead habe ich 2008 ausgelassen (wie übrigens auch Stalker Clear Sky). Und dann kam FarCry 2, das bis auf den Publisher Ubisoft und den Namen nicht mehr viel mit FarCry 1 zu tun hat. Auch wenn ich es im JörgSpielt-TV-Video doch sehr kritisiert habe und es auch nicht als echtes Highlight empfunden habe: Spaß hat es schon gemacht, mich nach Lust und Laune durch Afrika zu ballern. Neben der dünnen Story ist es vor allem eine Eigenheit, die mir schließlich die Lust fast völlig vergällt hat: Die irrsinnige Entscheidung, dass sich die zahlreichen Checkpoints und auch sonstigen Gebiete innerhalb kürzester Zeit nach ihrem Freikämpfen wieder mit Gegnern auffüllen, als sei nie etwas gewesen. Auch gegnerbesetzte Jeeps und Boote kommen in einer Frequenz auf den Spieler zu, dass er meinen könnte, von der Taxipopulation New Yorks angegriffen zu werden. Dürfte der Spieler die leer geräumten Vehikel verkaufen, er hätte schon nach der ersten Stunde Spielzeit keine Geldsorgen mehr! Apropos: Dass man Diamanten zur Belohnung nach Missionen erhält und auch via „GPS-Radar“ zusätzlich aufspüren kann, fand ich eine nette Idee, zumal die damit gekauften Waffen und –Upgrades spürbare Auswirkungen haben. Nicht zu vergessen: Das „barrierefreie“ Interface, das wie bei Dead Space auf herkömmliche Anzeigen verzichtet. Als Fazit bleibt aber doch nur: Viel vergeudetes Potenzial, irgendwie fühle ich mich im Nachhinein um einige Stunden Lebenszeit betrogen.

Auch noch gespielt: C&C Red Alert 3 (PC). Zu Zeiten, als Red Alert 1 in Deutschland hochoffiziell als Command & Conquer 2 verkauft und auch in Tests so betitelt wurde, war ich ein beinharter Fan der Serie. Im Laufe der Zeit ist meine Liebe ebenso zurückgegangen wie die Daseinsberechtigung des ganzen Echtzeit-Genres. Was soll’s, so ist das Leben, Nierentische wollte Anfang der 80er auch niemand mehr haben. Red Alert 3 schafft es, mit der gebührenden Portion Selbstironie noch mal das Echtzeit-Strategieprinzip so richtig zu zelebrieren: Peitschende Musik, schneller Spielablauf, Massen von abwechslungsreichen Einheiten, fetziger Multiplayer-Modus, Coop-Modus in der Solokampagne (mit KI-General oder einem anderen Menschen). Vor allem aber delektiere ich mich an Videos, die zu Zeiten von C&C 1 noch ernst gemeint waren, spätestens bei C&C 3 nicht ernst genommen werden können, bei Red Alert aber problemlos als gewollter Trash-Humor durchgehen. Kennt ihr das Gefühl, dass ihr etwas mögt, es euch oder eurem Umfeld aber nicht eingestehen wollt, und deshalb lästerliche Witzchen über dieses etwas macht? Genau diese “Scham” nimmt euch Red Alert 3 durch die ganze Selbstironie weg, sodass ihr ohne Reue alten Echtzeit-Tagen hinterherspielen könnt.

November 2008

11_fallout3Hauptsächlich gespielt: Fallout 3 (PC). Brauche ich nicht viel dazu zu schreiben, oder? Es ist zwar meiner Meinung nach nicht ganz so gut, wie alle Welt tut – das V.A.T.S.-Kampfsystem *ist* ein Cheatmodus, wenn man ihn in Verbindung mit den AP-regenerierenden Vorräten benutzt. Und das eine oder andere Logikproblem quält die postapokalyptische Welt. Aber insgesamt finde ich erstaunlich und lobenswert, was Bethesda hier auf die Beine gestellt hat, und wie detailliert das Spiel geraten ist. Nur Die-Hard-Fallout-1-Fans meckern, und die haben meiner Meinung nach Fallout 1 zu lange nicht mehr wirklich gespielt. Aber ich sag’s jetzt einfach mal: Vom Eskapismusfaktor her fand ich persönlich Oblivion (natürlich nur mit zahlreichen Fan-Plugins) besser. Liegt vermutlich daran, dass ich lieber in nebelverhangene grüne Täler hinabblicke als in zerbombte brau-graue Einöden…

Auch noch gespielt: Dead Space (Xbox 360). Hatte bereits im Oktober die PC-Testversion angetestet, unter anderem für ein Lenhardt&Langer-Video, mehr Spaß gemacht hat’s mir (wegen Großbildschirm und Surround-Sound und besserer Steuerung) auf der Xbox 360 im November. Komisch, denn Fallout 3 würde ich nie freiwillig auf der Konsole spielen, wenn auch der PC parat stehen. Zu Dead Space am besten das Lenhardt&Langer-Video ansehen…

Und außerdem noch gespielt: Gears of War 2 (Xbox 360). Das Epic-Machwerk iss ist zwar prätentiöses, ironiearmes, blutspritzendes Popcorn-Kino. Aber eben auch bombastisches, abwechslungsreiches, adrenalinpumpendes Popcorn-Kino. Trotz einiger Längen erlebt man im Prinzip einen einzigen langen Baller-Trip dar, bei dem man immer wieder in Situationen der Marke „Ogottogottogott“ kommt: Zu viele Gegner, zu große Gegner, zu viele zu große Gegner, und dann noch die nun-aber-wirklich-deutlich-viel-zu-großen Gegner. Doch immer wieder liegt die nächste Munitionskiste an genau der richtigen Stelle, findet man zur rechten Zeit das Scharfschützengewehr, entsinnt man sich der praktischen Kettensägenfunktion seiner Standardbewaffnung. Was für eine Freude, ein Übelmonster nach dem anderen in der Mitte durchzusägen! Minutenlang! RAATTTTER-Ratsch-Säg-Platsch! Verzeihung. Und welche eine Genugtuung, bis zur Hüfte von Fremdblut gefärbt aus einem, aber lassen wir das, herauszuklettern! Wer alt genug ist, sollte sich diesen beinahe perfekt designten Shooter nicht entgehen lassen (bestellt z.B. bei Amazon.co.uk, so hab ich’s gemacht). Ach, und wo ich gerade beim Metzeln war: Ende November kam ja auch noch Left4Dead raus — hatte zusammen mit Heinrich Lenhardt, Anatol Locker und Robert Stiehl ziemlichen Spaß…

Dezember 2008

12_gta4Hauptsächlich gespielt: Natürlich habe ich mit Fallout 3 nicht am 1.12.2008 aufgehört, aber es hat sich dann doch die lieber-spät-als-nie-Umsetzung von GTA 4 für PC in den Vordergrund gedrängt. Übrigens: Bei den ganzen Berichten, wie multimillionenfach sich GTA 4 auf PS3 und Xbox 360 verkauft habe in 2008, und wie nur hunderttausendfach auf PC, bin ich ja schon vom Glauben abgefallen: Nicht eine der entsprechenden Meldungen Anfang 2009 hat auf den klitzekleinen Faktor Zeit hingewiesen – man verglich munter die Verkaufszahlen von zwei Plattformen in neun Monaten mit der Verkaufszahl auf einer Plattform in drei Wochen. Klar liegen weltweit die Konsolen vorn, aber deswegen muss man die PC-Fassung doch nicht künstlich kleiner reden bzw. schreiben.

„Deswegen nicht!“, könnte ich fortfahren, aber aufgrund ihres Hardwarehungers schon: Viele Spieler bekamen GTA 4 auf dem PC nicht oder nur schlecht zum Laufen. Ich gehörte zu den Glücklichen, die es auch mit einem durchschnittlichen Core2Duo-System ganz gut spielen konnten, und entsprechend viel Spaß hatte ich auch. Eine große Stadt, viel zu tun, böse Bösewichte, schießwütige Polizisten, kernige PS-Monster, lustige Varieté-Aufführungen, überzeichnete Charakterköpfe, die eine oder andere Freundin – und all das steckt in meinem PC! Gerade die Nachtfahrten durchs Lichtergewirr der Metropole hatten eine geradezu hypnotische Wirkung auf mich. Allerspätestens als ich es einmal geschafft hatte, volle 22 Minuten auf Fahnungslevel 4 oder 5 vor der Polizei zu fliehen, um sie dann doch noch irgendwie abzuschütteln – nur um dann wenige Sekunden später von einem blöden Jeep angefahren zu werden und meinen letzten Lebenspunkt einzubüßen – wusste ich: Dieses Spiel ist was Besonderes! Für mich liegt GTA 4 knapp vor Fallout 3 und ist damit mein persönliches Topspiel 2008.

Auch noch gespielt: Einiges, da ich im Dezember Zeit hatte. Vor allem möchte ich Rockband 2 (Xbox 360) nennen, das für einen Mittdreißigjährigen eine tolle Kombination aus Nostalgie, sich wieder jung fühlen und körperlichem Abhärtungstraining (Drums!) darstellt. Wie begeistert ich davon im Dezember war, seht ihr auch daran, dass ich gleich zwei Videos dazu machen musste…

Und ferner noch gespielt: Valkyria Chronicles (PS3), zu dem ich bereits in den ersten Spielminuten eine eigentümliche Hassliebe entwickelte. Hass auf das ekelerregende Kleinkind-Pathos und die aus dem Bildschirm triefende Heidi-Glubschaugengrafik sowie die zahllosen, überlangen, fast immer uninteressanten Story-Episoden – und überbordende Liebe für praktisch alles andere an diesem gelungenen Rundentaktikspiel. Es geht um eine Parallelwelt, in dem böse Aggressoren aus dem Osten mit leicht futurisierter Weltkriegs-Waffentechnologie ein kleines Land tapferer Teenager-Helden überfallen. So ein Rundenkampfsystem würde ich mir mit anderer Grafik und etwas ernsthafterer Story wünschen – aber bis dahin spiel ich Valkyria Chronicles freiwillig weiter.

Und hier die Top 10

Zum Schluss noch meine Privat-Top-10 der von mir in 2008 gespielten Zeitfresser, ohne dass ich jetzt über die Platzierungen Stunden nachgedacht hätte:

1. GTA 4 (PC)
2, Fallout 3 (PC)
3. Final Fantasy XII (PS2)
4. Strategic Command 2: Patton Drives East (PC)
5. Warhammer Online (PC)
6. Drakensang (PC)
7. Gears of War 2 (Xbox 360)
8. Civ 4: Colonization (PC)
9. Rockband 2 (Xbox 360)
10. Valkyria Chronicles (PS3)

(c) Jörg Langer, 2009

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Meine Top-Spiele 2006

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