GC08: Mirror’s Edge (PS3)

von Christoph: Von vielen wird es bereits als das nächste Portal gehandelt. Eine hohe Auszeichnung für ein Spiel, von dem bislang nur ein Level gezeigt wurde. Am EA-Stand konnten sich die Spieler jedoch nun zum ersten Mal anhand genau dieses Levels selbst ein Bild machen. Leider nur auf der PS3, die nicht nur von Abstürzen geplagt wurde, sondern auch grafisch nicht unbedingt das beste Licht auf den Titel geworfen hat. Durch mangelnde Kantenglättung verkam vieles nur zu einem Brei aus offensichtlichen Pixeln. Dennoch wirkte die Szenerie ansehnlich und durch die etwas unrealistische Beleuchtung auf den weißen Flächen schon fast comichaft. Ein interessanter, künstlerischer Ansatz war definitiv zu sehen. Aber natürlich ist die Hauptsache das Gameplay und hier kann Mirror’s Edge tatsächlich bereits glänzen.

In besagtem Level gilt es Faith, die Protagonistin des Spiels, erfolgreich über mehrere Hochhäuser und durch vereinzelte Innenräume zu einem Rettungshelikopter zu bewegen. Der Weg ist dabei sehr offensichtlich gekennzeichnet und der ahnungslose Spieler erkennt sofort an der grellroten Färbung einiger Objekte, dass es hier weitergehen muss. Dies ist jedoch weder der einzige, noch unbedingt der beste Weg. Ob Faith nun eine Schräge nutzt um auf ein Gebäude zu springen oder sich doch lieber klassisch daran hochzieht, bleibt vollkommen dem Spieler überlassen und bringt so etwas Abwechslung in den ansonsten vollkommen linearen Level.

Die Bewegungen von Faith sind dabei äußerst realistisch dargestellt und der Spieler bekommt tatsächlich das Gefühl in Faith zu stecken anstatt sie nur zu steuern. Dies erreichen die Entwickler nicht nur durch die Egoperspektive, sondern auch dadurch, dass die Kamera jede Bewegung tatsächlich mitmacht. Man merkt richtig, wie Faith sich abstößt, wenn sie über eine Häuserschlucht springt, da die Kamera über mehr oder wenige subtile Bewegungen perfekt und glaubwürdig mitmacht. Auch bei der Landung merkt der Spieler ob er gerade hart aufgekommen ist und bekommt auch schon einmal seine Beine zu sehen, wenn sich Faith abstützen muss. Auch die Nahkämpfe sind dadurch sehr intensiv und zeugen von viel Körpereinsatz. Besonders schön anzusehen ist es, wenn Faith dabei mit den Beinen Zutritt. Zwar kann Faith auch Waffen nutzen, die Munition ist jedoch begrenzt und zielen nicht Faith stärke.

Fazit
Der Level war nicht sehr lang, hat mich aber bereits tierisch “angefixt”. Schon in Assassin’s Creed fand ich die Klettereinlagen spannender als das gesamte Spiel und Mirror’s Edge ist auf dem richtigen Weg dieses Gefühl der Freiheit noch viel intensiver den Spielern näher zu bringen. Ob das Gehüofe natürlich auf Dauer Laune macht oder ob man doch irgendwann genug hat, muss die Vollversion zum angepeilten Veröffentlichungstermin der XBox360- und PS3-Versionen Ende des Jahres zeigen. Die PC-Version soll erst im 1. Quartal 2009 folgen. Alle, die nicht unter Motion Sickness leiden, sollten diesen Titel auf jeden Fall stark im Auge behalten.


10 Kommentare zu “GC08: Mirror’s Edge (PS3)”

  1. Flo_the_G sagt:

    Wirken die Gliedmaßen im Bild nicht eher albern? Aus den Videos die ich bisher gesehen habe schien es, als würde das auf einem Breitbildmonitor wahrscheinlich gut aussehen, auf einem normalen aber eher nicht.

    Bzgl. dem Titel “nächstes Portal”: Schön, dass der Wahnsinn mit den riesigen, frei erforschbaren Welten sich langsam dem Ende neigt, und man sich wieder auf lineare Levels besinnt. Das war m.E. eine der hauptsächlichen Stärken von Portal.

  2. Sicarius sagt:

    Die Gliedmaßen kamen, zumindest in der Demo, nur ins Bild wenn es passte. Also wenn Faith irgendwo herunterrutscht ist und dabei eben nach unten schaute sah man das Bein, wie es sich korrekt abstützte. Oder wenn sie ihre Arme zur Vorbereitung eines Sprungs etwas ausstreckt (und sie so ins Bild kommen) um dem Spieler zu zeigen: Wenn ich jetzt springe, dann ziehe ich mich irgendwo hoch. Sie sind also nicht ständig im Bild, was tatsächlich bescheuert wäre.

  3. Gut sagt:

    Ich weiß nicht, eine sinnvolle freie Welt währe für einen solchen Titel doch reizvoller oder nicht. Assasins creed war in diesem Punkt enttäuschend. Die Freiheit diente letztlich höchstens repetetiven Flaggensammeln und Templermorden. Das war sehr enttäuschend.

  4. Flo_the_G sagt:

    Aber ist nicht Freiheit entlang einer vorgegebenen Strecke, an der man dann atmosphärische Scriptsequenzen erlebt, besser, als Freiheit auf riesigem Raum, wo man dann andauernd in Abgründe springt weil man sich verschätzt hat und das andere Dach doch einen halben Zentimeter zu weit weg war, und wo man ständig auf dieselben Situationen trifft? Bei sowas fällt meine Wahl immer auf die Atmosphäre.
    Siehe z.B. auch CoD 1 und 4 - lineare Levels, gescriptete Szenen, großartige Spiele. Im Gegensatz dazu BF2 im Singleplayer. Große Freiheit, wenig Atmosphäre.

    Ja, ich weiß dass der Vergleich hinkt. ;P

  5. MasteRehm sagt:

    Läuft der Charakter eigentlich automatisch?

  6. Sicarius sagt:

    Ich weiß jetzt nicht genau was du meinst, aber ich antworte mal auf eine Vermutung :).

    In der Demo war das Lauftempo meiner Meinung nach immer gleich, auch wenn man über Häuserschluchten gesprungen ist. Faith hat da nicht noch zusätzlich Anlauf genommen. Mir kam die Geschwindigkeit der Dame sogar etwas träge vor. Nur scheinen die Objekte, die rot markiert sind, ihr irgendwie zu helfen und ihr zu erlauben z.B. höher zu springen obwohl es eigentlich nur eine Kiste und kein Trampolin ist :).

  7. Starkiller sagt:

    Das Lauftempo variiert aber, guck dir z.B. mal das Video an was bei GamersGlobal verlinkt ist:
    http://www.gamersglobal.com/news/1250

    Da sieht man ganz gut das es variiert, was ein Feature ist von dem die Entwickler gesprochen haben, vielleicht vergleichbar mit dem “Runners high”
    http://en.wikipedia.org/wiki/Endorphin#Runner.27s_high

  8. MasteRehm sagt:

    Oder anders ausgedrückt: Kann Faith stehen bleiben?

    Also ich meine, ob Faith automatisch immer nach vorne läuft ohne das ich eine Taste drücke und ich muss dann im richtigen Moment eine Taste drücken, damit sie springt usw.

  9. Sicarius sagt:

    Ja, Faith kann stehen bleiben und sich in Ruhe umschauen - das nimmt ihr aber logischerweise das Tempo, denn wie ich jetzt erfahren habe, wird sie angeblich schneller wird, je länger man “nach vorne” gedrückt hält. Das Standpersonal, dass mir auf der GC über die Schulter geschaut hat, hat mich auch immer mit “Du musst dahin” vollgejammert wenn ich mal ne Sekunde irgendwo stand und schauen wollte wie das Level so aussieht…

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