Jörg Langer befragt: Boris Becker

Jörg sprach in München mit Boris Becker über Videospiele.Bei einer Testrunde mit dem PS2-Spiel “Buzz - das Sportspiel” sah ich neulich die folgende Frage: „1989 konnte neben Boris Becker auch _ _ _ _ einen Wimbledon-Sieg feiern.“ Die Antwort auf die Frage lautet übrigens “Steffi Graf”, das Lustige an der Situation war aber, dass sie von Boris Becker höchstpersönlich beantwortet wurde. Der war nämlich nach München gekommen, um seine neue Fernseh-Show “Das Sofaduell” auf DSF zu propagieren, bei der auf PS2 das Sportquiz Buzz gespielt wird. Und ich war (als einziger Spiele-Journalist unter überwiegend finster blickenden Sport-Reportern) eingeladen.

Im Gegensatz zu seinem weiblichen Tenniswunderkind-Pendant ist Becker auch heute noch dick im Geschäft. Mit den rund 25 Millionen US-Dollar Preisgeld seiner Profikarriere erwarb er unter anderem drei Autohäuser und gründete die Schweizer Firma Boris Becker & Co. Diese vermarktet den bekannten Namen für Events, Tennisschläger-Serien oder Kosmetika und veranstaltet Schaukämpfe mit Becker und anderen gereiften Tennis-Haudegen. Becker wirkt als Kommentator für mehrere Zeitschriften und Fernsehsender, unter anderem vertraut die BBC bei ihren Wimbledon-Übertragungen auf ihn. Firmen mit dem nötigen Kleingeld können sich auch ein Golfturnier ausrichten lassen ­– samt Becker als spielstarkem Teilnehmer (Handicap: 7,5). Das DSF-Sofaduell ist also nur das neueste Glied in der erfolgreichen Vermarktungskette eines Ausnahmesportlers (vielleicht merkt ihr an meinem leicht beweihräuchernden Ton, dass ich selber Tennis spiele). Allerdings muss ich zugeben, dass ich keine der bislang zwei Folgen vom Sofaduell gesehen habe: Im Münchner Osten können wir den Kanal per DVB-T gar nicht empfangen! Wem es anders geht, kann immer freitags um 19:45 reinschauen.
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5 Kommentare zu “Jörg Langer befragt: Boris Becker”

  1. Heribert W sagt:

    Super, und was ist so besonders daran, dass Boris Becker Videospiele mag? Die jüngeren deutschen Nationalspieler haben auch ständig in die Kamera gesagt, während der WM, dass sie PlayStation spielen. Vermutlich alle von Sony gekauft…

    Aber ernsthaft: Nur weil die amtierenden Politker zu alt sind für das Thema Computerspiele (und die meinungsmachenden Journalisten ebenso), ändert das doch nichts dran, dass Spiele längst ein ganz normaler Bestandteil des modernen Lebens sind.

  2. Beltageuze sagt:

    Schönes Interview, spiele auch Tennis! Du hättest ruhig mehr über Tennis fragen können. Oder auf Beckers Website verweisen, da stehen auch termine für Schaukämpfe: http://boris.de

    Wie ist denn Boris so, kann der auch hochdeutsch reden?

  3. Jörg sagt:

    Danke für den Hinweis, hab’s jetzt in der News verlinkt.

  4. Sehr gut bemerkt! Ich hätte das selber nicht entdeckt! ja, ärgelrich ist es, das es ein Fake ist, aber so eine Problem gibt es wirklich…

  5. Nur weil die amtierenden Politker zu alt sind für das Thema Computerspiele (und die meinungsmachenden Journalisten ebenso), ändert das doch nichts dran, dass Spiele längst ein ganz normaler Bestandteil des modernen Lebens sind.